Zurück in die Realität?!

Wir sind von unserem zweiten Einsatz in Dunkirk, in Nordfrankreich, zurück gekommen. Je länger wir uns dort im Camp bewegen und je besser wir die Menschen kennen lernen, desto seltsamer kommt uns unsere Welt und unsere Politik vor. Das Dublin-System ist verrückt und die Lebensumstände der Flüchtlinge haben nichts mit Menschenrechten zu tun. Trotz allen Widersprüchen und heftigen Geschichten, mit denen wir konfrontiert wurden, hatten wir aber auch viele schöne Erlebnisse. Wir haben unglaublich wertvolle Menschen mit klugen Gedanken getroffen und dafür sind wir Dankbar!

Das Küchenteam besteht mittlerweile aus Helfern und Campbewohnern gleichermaßen. Das funktioniert viel besser als das Trennen von Flüchtlingen und nicht-Flüchtlingen, was wir bei unserer ersten Fahrt kritisiert haben.
Auch die Bäckerei und die Fahrradwerkstadt laufen weiterhin gut.

Einer aus unserer Gruppe fährt schon am Mittwoch wieder nach Dunkirk und bleibt dann erst mal vor Ort. Der Rest möchte Richtung Juni nachkommen. Und noch mal die Bitte um eure Hilfe. Dieses Mal bitten wir euch, eure Geschirrschränke auszuräumen. Überschüssige Teller, Tassen und Schüsseln werden in Dunkirk dringend gebraucht. Und haben wir nicht eh alle etwas zu viel Geschirr zu Hause?

Falls ihr uns da weiterhelfen könnt, meldet euch einfach über Facebook: https://www.facebook.com/schoenere.willkommenskultur, E-Mail: info@schoenere-willkommenskultur.eu oder hier http://schoenere-willkommenskultur.eu/kontakt

Danke schon mal!

Ein Freund von uns, der seit ca. fünf Monaten in Nordfrankreich in verschiedenen Camps lebt, hat für uns einen Text über seine Situation geschrieben. Der Text ist auf Englisch, aber er gibt einen sehr persönlichen Einblick in die hoffnungslose Situation, in der sich die Menschen befinden. Darum wollen wir ihn euch nicht vorenthalten:

 

Any human whatever he does, or decision he/she makes, there is definitely some reason. Be sure that no one likes to leave their country, mother, father, sister, brother, friends, and peers. We had no other choice but to seek a better life and more secure peace. When I left my city, (Sulaimanyah) I went to Turkey then some other countries. After a lot of tiredness, rough times, and danger we arrived in Germany by foot. I will describe Germany in one sentence: it’s a sophisticated, high-tech, professional, clean, beautiful and lawful country. But in Germany those things are for their people, not for us. After 8 months of harshness without any result, they haven’t given a court appointment to indicate you destiny. I have spent 12000$ from Kurdistan till now. Now after 10 months they haven’t done anything for us. Everyone has a rough life. Some have decided to go to Italy, some to France, others to Britain. It has not been easy for those that have gone to these countries either. Once they arrived, there have been problems with fingerprint identification. After passing that road of death to Britain, fingerprints will be detected and they will deport him to the country he did the fingerprint. I am sure and have no doubt that even if pass that road of death to Britain they will deport me 100% to Germany. I have been documented here and must remain because of the European Union law. I am so disappointed. I am exhausted physically and mentally, I can’t take it anymore. I ultimately must choose between 2 really bad choices. Either, I have to stay in Europe without work until the end of my life. I will be unsettled which is very difficult to tolerate. Or I can go back to my country. This is also very difficult after all the pain and all the money I spent and that my country’s situation become worse.

 

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