Ein erster Eindruck

Hallo an alle Unterstützer, Unterstützerinnen, Freunde, Freundinnen und Interessierte aller Art.

Seit Freitag Abend sind wir jetzt in dem neu eröffneten Camp in Dunkirque in der Nähe von Calais in Nordfrankreich. Hier leben zur Zeit etwas über 1500 Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind irakische Kurden. Alle wollen aus verschiedenen Gründen unbedingt nach England. Da England aber keine Flüchtlinge einreisen lassen möchte, stranden die menschen hier, manche mit denen wir gesprochen haben sind schon seit einem halben Jahr hier. Viele von ihnen haben in Calais im sogenannten Junglecamp gelebt, bevor es Großteils geräumt wurde und die menschen hierher umgezogen sind. Das neue Camp ist eigentlich sehr gut organisiert, es gibt kleine Holzhütten in denen bis zu sechs Menschen leben, diese sind nur dürftig gedämmt und die meisten Haushalte verfügen auch über einen Ofen oder eine Kochmöglichkeit. Es gibt drei mal pro tag essen für alle und die Toiletten und Duschen sind verhältnismässig sauber und hygienisch.
Je länger wir aber hier sind und mit je mehr Menschen wir hier sprechen, desto klarer wird wie aussichtslos die Situation für die Menschen ist und wie müde sie von all dem sind, was sie erlebt haben.

Unsere Aufgaben hier sind vielfältig. Wir unterstützen die Volxküche München, die hier jeden Tag für Frühstück und Abendessen für über 1000 Menschen sorgt und einen wirklich guten Job macht. Das heißt viel schnibbeln, abwaschen, einheizen, kochen und an der Ausgabe helfen. Es wird im Moment noch viel gebaut, die Hütten bekommen noch Vorbauten und es werden Gemeinschaftsküchen aufgebaut, hier und bei anderen organisatorischen arbeiten helfen wir mit. Ein junger Mann, der ein paar Monate lang im Jungle in Calais gelebt hat sagte: „die Umstände im neuen Camp sind zwar viel besser, aber im Jungle hatte ich wenigstens etwas zu tun und konnte arbeiten“. Sowohl in der Küche als auch beim Bauen könnte man die eigentlichen Bewohner des Camps viel mehr mit einbinden, denn davon würden alle profitieren. Den Leuten ist es zum Teil auch unangenehm jemand anderem zur Last zu fallen, sie wollen wieder unabhängig sein. Wir hoffen, dass wir in unserer Zeit hier etwas in die Richtung bewegen können.
Heute haben wir in einer kleinen outdoor Bäckerei mit zwei Öfen eingeheizt und Mehl, Wasser, Öl und Salz zur Verfügung gestellt, damit die Menschen ihr eigenes, kurdisches Brot backen konnten. Das hat sehr gut funktioniert und es war den ganzen Tag etwas los. Außerdem werden wir Fahrradflickzeug besorgen, sobald die Feiertage vorbei sind und eine Art Freischrauber Nachmittagswerkstatt anbieten.

Was noch erstaunlich ist, ist die Tatsache dass viele der Bewohner zuerst in Deutschland waren, dort aber nicht bleiben wollten, weil sie nicht arbeiten durften oder unfreundlich behandelt worden sind. Sie sind lieber hier mit der geringen Hoffnung irgendwann nach England zu gelangen als in Deutschland in einer unserer Turnhallen bleiben zu müssen und nicht arbeiten zu dürfen.

Darum fordern wir an dieser stelle noch ein Mal ganz deutlich eine Schönere Willkommenskultur! In Deutschland, Europa und überall wo Menschen sich ein besseres und sichereres Leben aufbauen wollen!

Flüchtlinge sind keine hilfsbedürftigen Menschen, aber unsere Asylpolitik macht sie zu welchen.

Also tröpfeln wir weiter Wasser auf den heißen Stein und versuchen mit unserer Energie und euren Spenden den Menschen hier das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Euer SWK Team ❤️

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Wir sammeln noch Kleidung

In knapp drei Wochen geht es los und wir sammeln wieder Sachspenden. Wenn ihr etwas der unten aufgezählten Dinge habt, sagt uns Bescheid! Wir sind über die Facebook-Seite, info@schoenere-willkommenskultur.eu und das Kontaktformular unserer Website erreichbar. Auch kleine Spenden helfen schon, also guckt in euren Kleiderschrank, den Dachboden oder die Abstellkammer und schreibt uns.

Wir brauchen vor allem wetterfeste und warme Kleidung. Sachen wie Hemden, T-Shirts, kurze Hosen oder Sommerjacken können wir nicht so richtig gebrauchen. Und achtet bitte auch darauf, dass die Klamotten nicht zu abgenutzt oder dreckig sind.
Was gebraucht wird:
– Schlafsäcke
– Männer Schuhe, Gummistiefel Größe 42-45 (Festes Schuhwerk, es ist ziemlich schlammig in Dunkerque)
– Männer Jacken/ Mäntel Größe S/M (Auch hier wetterfeste Kleidung)
– Männer Pullover Größe S/M
– Männer Hosen S/M
– Frauen Hosen Größen S/M (keine Röhrenjeans, eher komfortablere Hosen)
– Frauen Leggings Größen S/M
– Frauen Schuhe/ Stiefel, Gummistiefel Größen 37-41
– Kinder Socken
– Kinder Jogginghosen/ Hosen (jedes Alter)

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Der Termin ist festgeklopft – unsere nächste Tour steht

Wir fahren vom 25.3-8.4. nach Dunkerque oder nach Idomeni. Und dafür brauchen wir natürlich wieder eure Hilfe. Also wenn ihr ein paar Euro übrig habt, unterstützt uns! Kontoverbindung steht unten, spenden könnt ihr sonst in der Seitenleiste über betterplace.org.
Warum diese Orte?
Als wir im November letzten Jahres in Idomeni waren, bot sich uns bereits ein Bild, welches schwer in Worte zu fassen ist. Die Leute hatten Hunger und Hygiene war Mangelware. Zu der Zeit kampierten dort ca. 3.000 Menschen. Jetzt sind in diesem Camp, was eigentlich gar kein richtiges Camp ist, ca. 10.000 Menschen. 10.000 Menschen am Rande eines kleinen griechischen Dorfes direkt an der Grenze zu Mazedonien.
Ähnlich in Dunkerque, auch wenn die Situation dort schon fast verfahrener ist. Hier sind momentan ungefähr 2.500 Menschen (Angabe der IHA) in einem Camp, gedacht war dort nicht mehr als 100 Menschen unterzubringen. Die meisten von Ihnen versuchen nach England zu kommen, die wenigsten schaffen das auch. Obwohl die Behörden vor Ort versuchen die Hilfe Freiwilliger zu unterbinden, ist es möglich Essen und auch Kleidung ins Lager zu schaffen.
Gebraucht wird unsere Hilfe also an beiden Orten.

Kontoverbindung

Kontoinhaber: Fynn Handwerk – Verein für eine schoenere Willkommenskultur
IBAN: DE70290501010081690141
SWIFT/BIC-Code: SBREDE22XXX
Betreff: Schoenere Willkommenskultur

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