Was wir bis jetzt erreicht haben – Und was wir noch erreichen wollen

Liebe Unterstützer/innen und Interessierte,

In diesem Beitrag möchte ich beschreiben was wir mit eurer Hilfe bis jetzt verwirklichen konnten.

Ende November 2015 sind wir mit zwei Autos und insgesamt 6 Vereinsmitgliedern nach Slavonski Brod in Kroatien gefahren. Beide Autos waren bis unters Dach voll mit Sachspenden (Schuhe, Mützen, Handschuhe, Hosen usw.) und auch gekauften Medikamenten und Sanitärgütern. In Slavonski Brod hatten wir eine Akkreditierung um das Lager betreten zu dürfen. Dort haben wir dann einen Teil unserer Spenden eingelagert und Tage später dann auch schon an die Refugees verteilt. Wir waren in Kooperation mit der IHA (http://iha.help) vor Ort und dafür zuständig, das Lager mit Klamotten und Hygiene-Artikeln zu verwalten. Diese brachten wir dann in ein großes Zelt (white tent), durch welches die Refugees kamen, um in eben diesem Zelt dann die Sachen an die Refugees zu verteilen, mit ihnen zu sprechen und ihnen etwas Wärme zu vermitteln.

Um den grundlegenden Aufbau des Lagers zu verdeutlichen, Slavonski Brod war ein reines Registrierungs- und Durchgangslager. Früher war das nicht so, deshalb stehen dort auch immer noch acht, wenn ich mich recht erinnere, große Zelte mit Etagenbeten, welche beheizbar und somit wintertauglich waren. Das war für uns alle immer etwas absurd, denn die Flüchtlinge kommen zum Teil in einem erbärmlichen Zustand an, hatten keine richtigen Schuhe, Jacken, Hosen, Pullis, diese Liste könnte ich noch weiter führen. Und anstatt diese Menschen dort für ein paar, und sei es auch nur Stunden, rasten zu lassen, wurden sie mit Bussen in das Lager gebracht, durch ein Gatter gedrängt, damit sie in einer Reihe bleiben, registriert, und anschließend durch das große Zelt (white tent) gebracht. In diesem haben wir dann gewartet.

Wir hatten oft nur wenig oder gar keine Zeit um uns um jeden Menschen einzeln zu kümmern, haben es aber nach Kräften versucht. Mit jeder Welle kamen ungefähr 1200 Menschen an. Diese sollten aber so schnell es ging abgehandelt werden. Und so kam es, dass die Polizei, die stetig vor Ort war, die Refugees – oft ziemlich unsanft – in die Busse drängten und uns so die Möglichkeit nahmen ihnen zu helfen.

Auch wenn ich an dieser Stelle erwähnen möchte, dass es nicht so einseitig war. Wir haben auch ganz tolle Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Als wir in Slavonski Brod ankamen war die Stimmung bei vielen, und gerade bei der Polizei, sehr gereizt. Nachdem wir dann aber ein paar Tage da waren und mit allen ein bisschen gequatscht haben, lockerte sich die Stimmung. Und so konnte man irgendwann mitbekommen, wie die eigentlich ja so grimmigen Polizisten, sich zu kleinen Kindern bückten und sie fragten ob sie nicht lieber ein neues paar Schuhe haben möchten, weil es sich in Sandalen im Winter nun mal wirklich schlecht läuft. Das hat uns einfach gezeigt, reden, kommunizieren, hilft. Man muss den Leuten klar machen, dass wir alles nur Menschen sind und uns gegenseitig nichts böses wollen. Und dann fangen wir auch an uns untereinander zu helfen.

Dank eurer Hilfe konnten wir eine Woche lang in Slavonski Brod helfen, mit den Refugees reden, ihnen wenigstens halbwegs vernünftige Anziehsachen und Hygieneartikel geben und das Lager etwas ordnen. Mit euren Spendengeldern waren wir in Slavonski Brod dazu in der Lage ca. 1000€ für Schuhe und Unterwäsche auszugeben und direkt an die Refugees zu verteilen!

 

So viel zu Slavonski Brod. Nachdem wir ein paar Tage dort waren, haben wir über eine Facebook-Seite die Nachricht gesehen, dass in Idomeni, ein Grenzort an der griechisch-mazedonischen Grenze, dringend Hilfe von Volunteers und vor allem auch Zelte, Isomatten und Schlafsäcke gebraucht werden. Diese Facebook-Seite nennt sich „Are You Syrious“ und schreibt täglich News über die Flüchtlingskrise und gerade auch für Volunteers, damit diese wissen wo was Sache ist. Unter dem Artikel war eine Handynummer einer Helferin vor Ort vermerkt. Die riefen wir also kurzerhand an, um sicher zu gehen, dass wir nicht umsonst noch ein mal 700-800 km fahren würden. Und sie beschrieb die Situation in Idomeni katastrophal und sagte uns, dass wenn wir es irgendwie einrichten könnten zu kommen, dann sollten wir das tun.

Gesagt getan. Wir sprachen mit unserem Team und dem IHA in Slavonski Brod, ob es in Ordnung wäre wenn ein Teil unseres Teams nach Idomeni fahren würde. Das Personal in Slavonski Brod war dadurch zwar etwas unterbelegt und es mussten Doppelschichten eingelegt werden aber wir waren uns alle einig, dass die Menschen in Idomeni grade unsere Hilfe brauchen. Und so haben sich zwei aus unserem Team und zwei aus dem Team des IHA zusammengeschlossen und angefangen zu packen was ging. Wir haben auch andere Hilfsorganisationen in Slavonski Brod angesprochen, ob sie uns auch noch etwas mitgeben könnten. Und so haben wir mehrere Zelte, Isomatten, Decken und Schlafsäcke bekommen, die wir allesamt mit nach Idomeni nehmen konnten. Das Packen war noch mal eine Herausforderung, denn nach Serbien und Mazedonien darf man keine gebrauchten Sachen bringen. Also haben wir alles so gut es ging gepackt, dass man es von außen nicht mehr direkt sehen konnte. Und wenn doch, haben wir uns die typische Geschichte des Campingausflugs überlegt. Im Winter. Aber naja, würde schon klappen.

Und dann brachen wir auf. Ca. 9 Stunden Autofahrt warteten auf uns. Aber letzten Endes sind wir mitten in der Nacht dann in Idomeni angekommen. Und uns war direkt klar, es ist gut, dass wir hier sind. Die Zelte reihten sich aneinander, hier und da brannte ein Lagerfeuer an welchen sich vereinzelt noch Menschen aufzuwärmen versuchten. Auch eine kleine Schlange von Menschen war an einem Zelt, an dem es anscheinbar Tee gab. Das war unsere erste Anlaufstelle. Wir setzten uns zusammen mit noch weiteren Helfern, die gerade angekommen waren und denen, die schon da waren, in einen Kreis und unterhielten uns erst mal ein bisschen. Nach ca. einer Stunde waren wir müde, hatten die Zelte, Schlafsäcke, usw. eingelagert und uns für den darauffolgenden Tag verabredet, um zusammen Essen einkaufen zu gehen.

Also sind wir am nächsten Tag für Sage und Schreibe noch einmal 1000€ Essen kaufen gegangen. Zurück im Lager fuhren wir rückwärts mit dem Auto an das Zelt (die Suppenküche) heran, um auszuladen. Innerhalb kürzester Zeit bildete sich eine Menschenkette aus Volunteers und Refugees, die helfen wollten. Und so hatten wir in Rekordzeit das Essen ausgeladen und eingelagert. Sowohl die Menschen der Suppenküche als auch die Refugees bedankten sich überschwänglich und herzlich, denn es sollte die erste vernünftige Mahlzeit nach einer Woche sein. Und so fingen alle gemeinsam an zu schnibbeln und zu kochen und nach ein paar Stunden stellten sich dann alle geduldig in eine lange Schlange und warteten auf ihre Portion Suppe.

Mit eurer Hilfe, konnten wir vielen Refugees nicht nur menschliche Nähe geben, sondern ihnen auch warme Füße, ein warmes Bett und warme Mahlzeiten geben. Wir konnten auf dieser einen Fahrt schon mehreren tausend Menschen helfen. Und deshalb bitte ich euch uns auch weiter zu unterstützen, damit unsere nächste Fahrt noch erfolgreicher wird.

Euer Verein für eine schönere Willkommenskultur

https://www.facebook.com/schoenere.willkommenskultur/

https://www.betterplace.org/de/projects/35662

Auf den Bildern unten sieht man Volunteers im white tent, wie sie Kleidung und weiteres verteilen. Dann das „Gatter“ durch welches die Refugees gebracht wurden, damit sie in einer Reihe bleiben. Ein paar unserer gekauften Schuhe. Ein Teil unseres Einkaufs in Idomeni und eine Menschenschlange von Refugees die auf ihre Portion Suppe warten (zu sehen ist links im Bild im Eisenbahnwagon eine andere Suppenküche als die, die wir beliefert haben. Davon haben wir leider kein Bild)

Eine Menschenschlange von Refugees, die auf ihre Portion Supe warten
Eine Menschenschlange von Refugees, die auf ihre Portion Suppe warten
Ein Teil unseres Einkaufs in Idomeni
Ein Teil unseres Einkaufs in Idomeni
Ein Teil unseres Einkaufs in Slavonski Brod
Ein Teil unseres Einkaufs in Slavonski Brod
Das "Gatter", durch welches die Refugees gebracht wurden, um in einer Reihe zu bleiben
Das „Gatter“, durch welches die Refugees gebracht wurden, um in einer Reihe zu bleiben
Volunteers im "wihte tent" bei der Ausgabe von Kleidern und anderen Hilfsgütern
Volunteers im „white tent“ bei der Ausgabe von Kleidern und anderen Hilfsgütern

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Eine eigene Website

So, nun haben wir auch eine eigene Website. Hier wollen wir euch über unsere Aktionen auf dem Laufenden halten und euch Einblicke in unsere Arbeit geben. In der kommenden zeit werden hier also auch persönliche Erfahrungsberichte der Vereinsmitglieder hochgeladen.

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